Auf dem Weg zur energieautarken Kläranlage am Beispiel der Kläranlage Ratekau

Der Zweckverband Ostholstein hat von 43 Gemeinden aus Ostholstein, Plön und Bad Segeberg die kommunale Pflichtaufgabe der Abwasserentsorgung übernommen. Der Geschäftsbereich Entwässerung erfasst jährlich ca. 6,5 Mio. m³ Schmutzwasser über mehr als 1.000 km Rohrleitungen im Netzsystem und führt in 39 Anlagen die Reinigung der Abwässer von mehr als 37.000 Hausanschlüssen durch. Hierbei werden insgesamt ca. 17.000 MWh Energie benötigt, wovon die Kläranlagen mit knapp 12.000 MWh einen Anteil von ca. 70% ausmachen.

Etwa 30% der benötigten Energie wird durch das gewonnene Klärgas in BHKW´s zu Wärme und Strom umgewandelt und direkt in den Anlagen wieder eingesetzt. Weitere ca. 50% der Energie wird als Strom - Ökostrom - bzw. weitere 10% als Erdgas zur Strom und Wärmeproduktion benötigt. Dabei werden jährlich ca. 2.700 t CO2 produziert. Effizienz- und Konsistenzansätze auf den Kläranlagen sollen den Energiebezug weiter reduzieren und damit die Gebühren langfristig stabilisieren. Durch das "neue" BHKW (150 kWh elek., 206 kW h therm.) der Kläranlage Ratekau sollen künftig ca. 1 Mio. kWh (also +40%) allein aus dem Faulgas zur Verfügung stehen. Allein damit kann der Autarkiegrad auf ca. 55% gesteigert werden. Ergänzend wird eine 650 kWp PV-Anlage (Ost-/West-Ausrichtung zur Abschwächung der typischen Mittagsspitze und besseren Erzeugungskurve in den Morgen- und Abendstunden) auf der Freifläche der Anlage installiert. Insbesondere der saisonale Charakter der Abwasserreinigung durch den Tourismus kann durch die Photovoltaikanlage gut mit Strom versorgt werden. Trotzdem wird gerade in den Sommermonaten eine PV-Überstrommenge erwartet (Netzeinspeisung), so dass trotz der erwarteten ca. 585.000 kWh etwa nur 300.000 kWh auf der Anlage eingesetzt werden können. Der Energieautarkiegrad wird sich im Jahresdurchschnitt auf 73% erhöhen, wobei in den Sommermonaten bei entsprechender PV-Einstrahlung eine vollständige Eigenenergieversorgung erwartet wird. 

Projektzeitraum:

02/2020 - 12/2023 

Kosten:                

3.000.000€

jährliche Kosteneinsparung:

1.060.766€

statistische Amortisierung (Jahre): 2,8

Jahresenergieverbrauch vorher:

1.932.877kWh

Jahresenergieverbrauch nachher:

102.877 kWh

absolute jährliche Energieeinsparung:

1.830.000 kWh

relative jährliche Energieeinsparung:

94,7%

CO2-Emissionsfaktor: 0,126 KG/kWh

jährlich eingesp. CO2-Emissionen:

230 t/a

CO2-Emissionsminderungskosten: 652,17 €/t

eingereicht für Wettbewerb:

2023

Neue Suche
Ein Wettbewerb der
Unsere Partner: